Von der Traumgeburt bis zum Geburtstrauma
 

Inhaltsverzeichnis

  1. Vorwort von Bettina Alberti
    Vorwort der Autorin
    Prolog
    Inhaltsverzeichnis
    I
    Der Mensch, ein kompliziertes und empfindsames Wesen
       Jeder Mensch - ein einzigartiges Individuum
       Die Würde von Mutter und Kind
       Kindliche Wahrnehmung innerhalb und außerhalb des Mutterleibes
       Die Seele fühlt von Anfang an
       Gesunde, kranke, behinderte Kinder
       Jedes Kind ist ein besonderes Kind
       Die Beziehung zwischen Medizinern und der Mutter
    II
    Ein Kind wird geboren
       Entwicklungen in der Geschichte der Geburtshilfe
           Wegbereiter der Geburtshilfe
           Hebammenkunst
       Vorsorgeuntersuchungen
       Nahrungs-, Genuss- und Suchtmittel
       Geburtsplan (Wunschliste)
       Begleitung durch eine Doula
       Geburtsort
           Entbindung in der Klinik, stationär oder ambulant
           Entbindung im Geburtshaus
           Entbindung Zuhause
       Geburt
       Schmerzempfinden und -therapie
       Geburtseinleitung
       Gebärhaltungen und Entbindungsmöbel
       Geburtsdauer
           Überstürzte Geburt, Sturzgeburt
           Zu lange Geburt
       Geburtshilfliche Operationen
           Dammschnitt
           Saugglockenentbindung
           Zangengeburt
           Kaiserschnitt
       Abweichungen von der normalen Kindslage
       Frühgeburt
           Eigene Erfahrungen
           Niedriges Geburtsgewicht
           Sehr niedriges Geburtsgewicht
           Extrem niedriges Geburtsgewicht
           Vorbeugende Maßnahmen
       Übertragung
       Mehrlingsgeburt
           Zwillinge
           Drillinge, Vierlinge und mehr
           Eine Mutter im 15. Jahrhundert
       Gebärmutterfehlbildung
       Blutgerinnungsstörungen
       Gestose
       Infektionen
       Nabelschnurkomplikationen
       Plazentabedingte Komplikationen
       Regelwidrigkeit des Fruchtwassers
       Sauerstoffmangel beim Kind
       Schwangerschatsdiabetes
       Uterusruptur
       Zervixinsuffizienz
    Das Kind ist krank, behindert oder entwicklungsverzögert
       Angeborene Fehlbildungen
       Genetische Störungen
       Herzerkrankungen
       Störungen des Immunsystems
       Störungen der Psyche und des Verhaltens
       Störungen des zentralen Nervensystems
       Störungen der Sinnesorgane
       Störungen des Stoffwechsels
       Fetales-Alkoholsyndrom
       Anpassungsstörungen des Neugeborenen
       Entwicklungsstörungen
       Wahrnehmungs- und Integrationsstörungen
       Sonstiges
    Himmelskinder
       Schwangerschaftsabbruch
       Fehlgeburt
       Extrauterine Schwangerschaft
       Totgeburt
       Das Kind stirbt kurz nach der Geburt
    III
    Therapien, Konzepte, Hilfsmittel, Palliative Care
    Physiotherapie
       Massagen
       Krankengymnastik nach Bobath, Vojta und Petö
       Gymnastik und Atemtherapie zur Vorbereitung auf die Geburt, Wochenbettgymnastik
       Atemtherapie
       Feldenkrais
       Kozijavkin-Methode
    Psychotherapie
       Musiktherapie
       Tanz- und rhythmische Bewegungstherapie
       Kunsttherapie
       Farbtherapie
       Spieltherapie
       Logopädie
       Schreiben und Lesen
       Gesprächstherapie
       Verhaltenstherapie
       Autogenes Training
    Frühförderung
    Ergotherapie
       Affolter Konzept
       Castillo Morales Konzept
       Motopädie
       Sensorische Integrationstherapie
    Psychosomatische Ganzheitstherapie
    Therapie mit Tieren
    Therapie im Wasser
    Sport als Therapie
    Tomatis-Therapie
    Adeli-Therapie
    PEKIP
    Snoezelen
    Basale Stimulation
    Craniosacrale Osteopathie
    Unterstützte und alternative Kommunikation
    Hilfsmittel
    Palliativ care (Kinder-Hospiz-Arbeit)
    VI
    Trauer
    Trauer um ein Baby
       Die Betroffenen im Gefühlschaos
       Die Trauer der Angehörigen
       Verständnis für die Betroffenen
    Ein langer Weg der Heilung
       Akutbetreuung
       Nachbetreuung
       Selbsthilfe
       Geschichten, Gedichte, Märchen und Mythen
       Rituale und Symbole der Trauer
       Das Kind im Jenseits
       Interview mit einer betroffenen Mutter
       Nicht daran Zerbrechen
    Trauerphasen
       Nicht-Wahrhaben-Wollen
       Aufbrechende Emotionen
       Auseinandersetzen mit den Gefühlen
       Annahme der Trauer, Anpassung
       Wiederkehr einzelner Phasen
    V
    Von der Traumgeburt bis zum Geburtstrauma
    Traumgeburt
       Eine Geburt nach den Grundsätzen Leboyers
       Trotz Kaiserschnitt ein Positiverlebnis
       Eine schnelle und unkomplizierte Geburt
       Jede Geburt eines gesunden Kindes ist eine Traumgeburt
       Die dritte Geburt – schön und unkompliziert
    Geburtstrauma
       Eine unerfahrene Hebamme
       Vom Geburtsteam nicht ernst genommen
       Eine Stille Geburt
       Behandlungsfehler
       Folgeschwangerschaft/Folgegeburt
    Träume und Vorahnungen
    Die Kraft der Mütter
    Jede Schwangerschaft, jede Geburt – ein einzigartiges Erlebnis
    Ein schöner Brauch – Plazenta-Erdweihe
    Kinderlosigkeit/Unfruchtbarkeit
    Zusammenfassung
    Übersicht der Mütter, die in diesem Buch berichten
    Schlussbemerkung
    Dank
    Glossar
    Literatur
    Stichwortverzeichnis
     

Vorwort von Bettina Alberti, Autorin des Buches “Die Seele fühlt von Anfang an”

Vorwort der Autorin:

Ein Kind wird gezeugt, wächst im Mutterleib heran und wird von der Mutter geboren. Klingt doch sehr einfach. Aber gestalten sich diese Vorgänge auch immer ohne Probleme? Diese beginnen manchmal bereits, wenn die Frau vergebens versucht, ein Kind zu empfangen. Dann die vielen Wochen der Schwangerschaft – die einen können sie ohne Einschränkungen genießen, die anderen haben Beschwerden oder es kommt zu Komplikationen. Im schlimmsten Fall verliert die werdende Mutter ihr Ungeborenes. Da tauchen plötzlich Begriffe wie Fehl- oder Totgeburt auf. Die Eltern stehen bei der Geburtsvorbereitung vor Entscheidungen der Klinikwahl, Schmerztherapie, Gebärposition und vieles andere mehr. Jede Klinik, jedes Geburtshaus und jedes Geburtsteam betreut die Ankunft der Babys auf eine andere Art und Weise. Für die einen stehen Mutter und Kind im Mittelpunkt, für die anderen die Klinikroutine. Geraten die werdenden Eltern an Mediziner, die nur alles Mögliche tun und stehen die Apparatemedizin und menschliche Betreuung im Einklang oder wird alles zum Trauma? Doch auch eine Hausgeburt ist möglich.

Mein Ziel dieses Buches ist es, alle Seiten einer Schwangerschaft und Geburt zu betrachten. Wir leben nicht in einer heilen Welt. Das Leben eines jeden Menschen besteht aus positiven wie negativen Erlebnissen und ständigen Veränderungen. Wir haben unsere Träume, die unser Dasein beeinflussen und manchmal müssen wir uns neue Träume suchen, weil die alten wie Seifenblasen zerplatzten.

Außerdem ist es mir wichtig, Eltern aufzuklären, warum es zu Früh-, Fehl- oder Totgeburten kommen kann, warum nicht nur gesunde Kinder geboren werden. Wir Menschen sind hoch komplizierte Wunderwerke der Natur, es ist nur natürlich, dass Entwicklungsfehler unterlaufen, wie zum Beispiel genetische Defekte. Deshalb in vielen Kapiteln der Einblick in die Abläufe eines Menschen – physisch wie psychisch, um zu verstehen, warum etwas passieren kann – eine Krankheit, eine Behinderung oder auch das Sterben des Kindes.

In diesem Buch berichten Mütter aus Deutschland, der Schweiz und Österreich über ihre Erfahrungen während der Schwangerschaften und Geburten. Es sind Frauen unterschiedlichen Alters und verschiedener Gesellschaftsschichten. Die Mütter schreiben offen über ihre Gefühle und Sehnsüchte, lassen uns an ihrem Intimleben und der damit verbundenen Freude oder des Leids teilhaben. Jede Frau hatte ihre ganz eigene Art über ihre Erlebnisse zu erzählen. Einigen reichten wenige Worte, um auszudrücken, was sie erlebten. Anderen wiederum war es ein Bedürfnis, ausführlich darüber zu berichten. Manche teilten mir mit, dass es ihnen gut tat, sich noch einmal mit ihren Schwangerschaft(en) und Geburt(en) auseinanderzusetzen.

Ärzte, Hebammen, Therapeuten und Wissenschaftler kommen zu Wort.

Ein Problem beim Schreiben meines Buches war das Ansprechen der Menschen, die werdende Eltern betreuen. Wenn ich von Ärzten, Geburtshelfern, Seelsorgern, Psychologen und Therapeuten spreche, so beziehe ich hier auch alle Ärztinnen, Geburtshelferinnen, Seelsorgerinnen, Psychologinnen und Therapeutinnen mit ein. Bitte verzeihen Sie mir diese Vereinfachung.

Ich hoffe, dass dieses Buch umfangreich informiert. Mit den Themen Krankheit, Behinderung und Tod eines Kindes möchte ich niemanden verunsichern, sondern den Betroffenen Kraft und Hilfe geben. Ich möchte Fortschrittliches und Nachteiliges hervorheben und wünsche mir, dass auch in den nächsten Jahren ein weiteres Umdenken stattfindet und das entsprechend zu positiven Veränderungen führt. Der Idealzustand wird immer die Wunschvorstellung bleiben, denn die Natur mit seinen außerordentlichen Kräften steht über uns Menschen, von denen auch noch jeder einzelne ein besonders Individuum darstellt, der Geburtshelfer, die Hebamme, die werdenden Eltern, das Baby.

Aufgrund meiner eigenen Erlebnisse zu Früh-, Fehl- und Totgeburten und vielen Komplikationen während der Schwangerschaften, bei den Geburten und im Wochenbett sowie der Erfahrung von Behandlungsfehlern durch Ärzte und Hebammen und einem bis zu Ende geführten Rechtsstreit gegen das Klinikum, in dem meine Tochter sterben musste, habe ich den Mut gefunden dieses Buch zu schreiben. So fließen immer wieder eigene wertvolle Erfahrungen mit ein.

Ich habe keinen Medizinberuf erlernt. Ich bin auch keine Psychologin oder Therapeutin. Wenn es um Fachkundiges ging, so halfen mir Mediziner, Fachliteratur und Informationen aus dem Internet. Manchmal kam ich an meine eigenen Grenzen, fachlich wie menschlich und ich zweifelte an meinen Fähigkeiten, solch ein Werk jemals zu beenden. Besonders die Recherche zum Thema Tod eines Kindes wühlte meine eigenen Erlebnisse immer wieder auf und lähmte meine Kraft. Doch gleichzeitig war es für mich auch eine Therapie und ich bin stolz darauf, dass ich in der Lage war, darüber zu schreiben.

Im Buch tauchen viele medizinische Begriffe bzw. Fremdwörter auf. Einige werden als Fußnote auf der aktuellen Seite oder im Glossar erläutert, andere werden separat in anderen Kapiteln näher beschrieben (z.B. Uterusruptur im Kapitel  Uterusruptur).

Ich bin ein medizinischer Laie, doch aufgrund meiner Erfahrungen während meiner Schwangerschaften und Geburten wollte ich mehr über all das erfahren, was ich dabei erlebte. Mir reichte es nicht, einfach zu sagen, es ist eben passiert. Nein, da waren Fragen, die geklärt werden wollten: Warum kam es zu einer Uterusruptur? Warum zu den Frühgeburten? Warum hatte ich nach dem Tod meiner Tochter keine professionelle Akutbetreuung und wie hätte diese aussehen müssen? Warum die Fehlgeburten?... Man geht auf die Suche, beginnt zu recherchieren, lernt andere Betroffene kennen und wird nach und nach zum Kenner der Materie. So schreibt mir eine Mutter, die ihr Kind kurz nach der Geburt verloren hat: „Es gibt Patienten mit seltenen Erkrankungen. Trifft sie diese, dann machen sie sich auf der ganzen Welt nach Hilfe kundig. Ihrer Krankheit und den Ursachen auf den Grund zu gehen wird zur Lebensaufgabe. So kommt es zu medizinischen Laien, die sich über Krankheit besser auskennen, als so mancher Arzt, der nur wenig damit zu tun hat. Wir sind Mütter, die ihre Kinder verloren haben. Ich z. B. kann ganz genau erklären, wie ein hypoplastisches Linksherz (Erläuterung im Kapitel Herzerkrankungen) aussieht und wie es dazu kommt. Man kann sich gar nicht vorstellen, wie viel ich über Operationsmethoden und Herzoperationen gelesen habe. Dadurch kam es ganz automatisch, dass ich auf andere Eltern gestoßen bin, die ihre Kinder aus anderen Gründen verloren haben. Diese interessierten mich dann aber auch. Alleine durch unsere Arbeit sind wir in gewisser Weise zu Fachleuten geworden, für die es noch keine Spezialisierung gibt.“

So wie es diese Mutter beschreibt, ging es auch mir und dieses Buch hat darin seinen Ursprung. Aufgrund der doch sehr umfangreichen Recherchen stieß ich auf die vielen literarischen Werke, seien es Bücher, Zeitschriften oder Broschüren zum Thema Medizin und Psychologie sowie Therapie die Schwangerschaft und Geburt betreffen – aufschlussreich und eindrucksvoll. Um dieses Werk zu gestalten, war ich auf fremde Literatur angewiesen und die vielen Erfahrungsberichte von anderen Müttern, Ärzten, Hebammen, Seelsorgern, Therapeuten…Ich bin auch keine Journalistin. Ich habe nur die vielen Daten, Fakten und Erfahrungen zusammengetragen und meine eigenen hinzugefügt und dabei meinen persönlichen Schreibstil gefunden. Hinsichtlich der Inhalte dieses Werkes geben weder ich als Autorin noch der Verlag  eine Garantie.

Dieses Buch richtet sich an objektiv denkende Eltern aber auch Mediziner, Hebammen, Therapeuten und alle Menschen, die sich klar darüber sind, dass eine heile Welt nicht existiert. Unser Leben hält alles für uns bereit, Glück sowie Leid und dazu gehören Gesundheit aber auch Krankheit und der Tod. Dabei kann auch ein gesunder Mensch unglücklich mit seinem Leben sein und ein kranker und/oder behinderter Mensch glücklich. So möchte ich dieses Kapitel mit den folgenden Worten vom Philosophen und Soziologen Thomas Schramme beenden: „Tatsächlich scheinen sowohl Schönheit als Glück abhängig vom Erleben der Person, um deren Wohlergehen es geht. Warum sollte also eine Behinderte nicht ihr Behindertsein als schön empfinden?“